Wie gesagt, die erste
Klasse ist so eine Sache.. Es war wunderbar, zu sehen wie über 40
Kinder jubelnd aus der Tür stürmen, wenn sie erfahren, dass wir sie
mitnehmen auf den Platz, aber auf dem Platz angekommen, ging es los
mit den Schwierigkeiten. Dass sie leise sind, wenn wir was zu
erklären versuchen, klappte schon um einiges besser (Fortschritt!),
aber wir haben feststellen müssen, dass die süßen uns absolut gar
nicht verstehen. Ihre Masche ist, immer mit 'yes' zu antworten und
uns so glauben zu lassen, sie verstünden uns: Ein Mädchen habe ich
gefragt, ob sie wüsste, wem der Stift gehört, den ich in der Hand
hielt. Antwort: yes. Und dann, wem er denn gehören würde.. Antwort:
yes. So viel dazu :D Zum Glück kannten sie das Spiel „Who's scared
of the lion?“ und so konnten wir sie irgendwie beschäftigen, aber
das kann ja nicht ein Jahr so weiter gehen, also muss Christoph und
mir wohl noch etwas einfallen, das man mit Händen und Füßen
erklären kann!
Als sich unser
Volleyball-Training dem Ende zuneigte, wurde ich persönlich das
erste Mal von der Kultur geschockt: Es gab einen Konflikt zwischen
einem Jungen und einem Mädchen und ehe wir davon mitbekamen, lag sie
auf dem Boden und ihr Auge wurde mehr als dick. Zum Glück wohnte sie
nur auf der anderen Straßenseite und wir haben sie mit den anderen
Kindern nach Hause zu den Eltern gebracht. Ich wollte dem Vater
erklären, dass er die Verletzung kühlen müsse, aber das alles in
Ordnung kommen sollte, da habe ich zusehen müssen, wie der Vater den
kleinen Jungen gepackt und ihn dann mit einem Gürtel verprügelt
hat. Das hat mich selber sehr schockiert, denn wir wurden zwar auf
unseren Seminaren vorgewarnt, dass so etwas passieren könnte, aber
es dann wirklich zu sehen, war sehr hart. Natürlich war es von dem
Jungen absolut falsch, das Mädchen zu schlagen, aber ich bin es
gewohnt, dass solche Konflikte diplomatisch gelöst werden. Christoph
und ich wollen beim nächsten Training versuchen, mit den Kindern
über den Vorfall zu reden – mal sehen, ob sie etwas loswerden
wollen oder nicht.
Nachdem ich den Schock
einigermaßen verdaut hatte, sind Timo und ich noch joggen gegangen,
denn das hatten wir einem Kind versprochen – bei der tiefstehenden
Sonne ist das auch immer wieder sehr schön und angenehm. Zum Glück
kamen wir wieder bevor sich die Nachbarn überlegten, Gras zu „mähen“
(indem sie es verbrennen).
Als wir am nächsten Tag
von unserer Joggingstrecke zurückkamen, wartete auf Christoph und
mich eine ganz besondere Überraschung: ein Mädchen hatte uns etwas
gemalt/geschrieben (siehe Foto) und somit bekamen wir eine erste
(schriftliche) Bestätigung, dass wir hier akzeptiert und geschätzt
werden.
Die sind ja niedlich *-*
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