Halb sieben morgens und
ich wache vom prasselnden Regen auf.. In Deutschland wäre das kein
Problem – da würde einen höchstens der Lärm stören, doch mir
kommt schnell der Gedanke, dass es hier anders ist und ich springe
aus dem Bett, gucke durch das Fenster und meine Befürchtungen
bestätigen sich: Das Wasser ist dabei, in unseren Vorbau zu laufen
in Richtung Eingangstür. Schnell wecke ich erst Lea und dann wir
beide die Jungs. Als wir alle aufgestanden und bereit sind, zu
handeln, war dies auch dringend nötig, denn das Wasser (schlammig,
braun, mit ganz viel Dreck) ist dabei, unter unsere Tische und Stühle
zu laufen. Der Boxsack springt mir ins Auge und wird ganz schnell
umfunktioniert zum Sandsack vor unserer Tür. Die Anderen trauen sich
mit Regenjacke und hochgezogener Schlafanzughose nach draußen um
schnell eine Art Damm zu bauen und irgendwas, um das Wasser
umzuleiten. Es funktioniert, denn das Wasser steht zwar in unserem
Haus und Vorbau, aber es wird nicht mehr. Wieder im Bett, trauen wir
uns gar nicht richtig, wieder einzuschlafen, denn der Damm könnte ja
aus irgendeinen verrückten Grund brechen und alles würde von vorne
beginnen, aber die Sorge war zum Glück unberechtigt.. Als der Regen
irgendwann aufhörte oder weniger wurde, guckten wir aus der Tür und
unsere Nachbarn und Nachbarskinder waren dabei, uns ganz
selbstverständlich dabei zu helfen, den Schlamm zu entfernen und
sauber zu machen. Ich war schwer beeindruckt von der
Hilfsbereitschaft – das zeigt wieder einmal, was für eine enge und
liebenswürdige Community Berlin doch ist!!
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