Eines unserer neuen
Hobbies sind Kinobesuche, denn die Preise hier sind unschlagbar:
Montags beispielsweise gibt es ein Angebot, das sowohl den Eintritt
(inklusive 3D-Filme) als auch Popcorn und Cola enthält für nur 45R
(ca. 3,20€). Da bin ich aus Deutschland natürlich anderes gewohnt
und weiß diesen Luxus zu schätzen.
Timo und Steffen
trainieren ein Fußballteam der Berlin Primary School und Christoph
hat mit Unterstützung von Lasse nun auch ein Team der Nkosinathi
Primary School übernommen und am 19.08 stand das erste große Match
der beiden Teams an. Gefühlt waren unsere Jungs tausend Mal
aufgeregter als die kleinen Jungs; am Abend vorher wurden schon
Motivationslieder ausgewählt und ich habe Lasse und Christoph
(super professionelle) Coach-T-Shirts designt. Alle waren bereit für
das Spiel und es ging praktisch darum wer es mehr drauf hat in
unserer WG :D
Auch die beiden
Netballteams der Schulen sollten gegeneinander spielen. (Für
diejenigen unter den Lesern für die Netball noch ein Fremdwort ist:
das Spiel besteht aus Pässen, man darf den Ball nur einmal berühren
wenn man ihn fängt und auch nicht mit ihm laufen; wenn eine
Shooterin den Ball unter dem Ring bekommt, darf sie sich so viel Zeit
wie sie will für den Korbversuch nehmen.) Als es dann Zeit war,
aufzubrechen zur Berlin Primary School, durften wir etwas, wie ich
finde, wunderbares miterleben: Fast alle Schüler der Nkosinathi
Primary School sind voller Begeisterung auf irgendeine Art und Weise
zur Berlin Primary School gekommen (selbst wenn sie den doch ziemlich
weiten Weg laufen mussten) um anzufeuern. Während das Team meiner
Schule bei dem Netballspiel um Einiges überlegen war und mit einem
deutlichen Vorsprung gewann, ging das Fußballspiel mit einem
ernüchternden 0:0 aus.
Das war das erste Mal,
dass ich aufmerksam bei einem Netballspiel zugeguckt habe und es sah
auch ganz gut aus, allerdings lässt mich der Gedanke, dass das die
einzige Möglichkeit ist, hier etwas Basketball-ähnliches zu spielen
(es gibt hier weit und breit keinen Basketballplatz), meinen Sport
und natürlich meine Mannschaft zu Hause sehr vermissen.
Was tut man, wenn man für
den Sportunterricht nur einen Rasenplatz draußen zur Verfügung hat
und es regnet? Das haben Christoph und ich uns gefragt als wir eines
Morgens aus dem Fenster geguckt haben. Unsere Lösung waren kleine
Spiele in den Klassenräumen wie Obstsalat mit der ersten Klasse oder
Blockade mit den etwas größeren. Auch das war mal ganz schön, denn
die Kinder waren alle in einem Raum und man musste nicht so schreien
wenn man etwas erklären wollte.
In Südafrika ist das
Leben entspannter, weil es hier keinen Hitler gibt. So denken leider
immer noch manche Menschen und es ist ganz schön komisch, das zu
hören. Zu wissen, dass solche Assoziationen mit unserem Land immer
noch vorhanden sind in den Köpfen anderer, ist ein echt merkwürdiges Gefühl! Aber so etwas erleben ja viele im Ausland..
Vorletzte Woche haben
Christoph und ich mit der siebten Klasse ein Staffelspiel mit
Skatkarten ausprobiert (vier Mannschaften, eine/r der Mannschaft
läuft auf die andere Seite, darf eine Karte aufdecken und wenn es
die richtige Karte ist, sie mit zurück nehmen). Fast jeder hat
geschummelt. Das hat uns etwas sauer gemacht, wir haben ihnen eine
Standpauke gehalten und dann das Ganze noch einmal versucht – hat
viel besser geklappt, allerdings stand ich auch zur Kontrolle bei den
Karten. Doch als ob das nicht schon genug schimpfen für diese Stunde
war, mussten wir am Ende der Stunde noch ein ernstes Wörtchen mit
ihnen reden, denn bei einem Vertrauensspiel, wo sie alle zusammen
eine Person aus ihrer Klasse tragen sollten, haben viele dieses Kind
gekniffen und nicht festgehalten. Das Vertrauensspiel war also alles
andere als erfolgreich. Im Lehrerzimmer kamen dann einige Mädchen
aus dieser Klasse zu uns und meinten „Christoph, Katharina, can you
please forgive us?“. Natürlich waren es nicht die, die sich
eigentlich entschuldigen müssten, aber es war doch eine nette Geste
und ein Zeichen dafür, dass unsere Worte vielleicht in ihren Köpfen
geblieben sind.
Ein sehr positives
Erlebnis mit dieser Klasse durften wir allerdings diese Woche
erleben, denn wir haben die Kinder an Frisbees herangeführt um dann
mit ihnen Ultimate Frisbee zu spielen und das hat wirklich sehr sehr
gut geklappt; es hat echt Spaß gemacht, ihnen beim spielen
zuzugucken bzw. mit ihnen zu spielen.
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