Samstag, 13. September 2014

Was bisher geschah..

Eines unserer neuen Hobbies sind Kinobesuche, denn die Preise hier sind unschlagbar: Montags beispielsweise gibt es ein Angebot, das sowohl den Eintritt (inklusive 3D-Filme) als auch Popcorn und Cola enthält für nur 45R (ca. 3,20€). Da bin ich aus Deutschland natürlich anderes gewohnt und weiß diesen Luxus zu schätzen.

Timo und Steffen trainieren ein Fußballteam der Berlin Primary School und Christoph hat mit Unterstützung von Lasse nun auch ein Team der Nkosinathi Primary School übernommen und am 19.08 stand das erste große Match der beiden Teams an. Gefühlt waren unsere Jungs tausend Mal aufgeregter als die kleinen Jungs; am Abend vorher wurden schon Motivationslieder ausgewählt und ich habe Lasse und Christoph (super professionelle) Coach-T-Shirts designt. Alle waren bereit für das Spiel und es ging praktisch darum wer es mehr drauf hat in unserer WG :D



Auch die beiden Netballteams der Schulen sollten gegeneinander spielen. (Für diejenigen unter den Lesern für die Netball noch ein Fremdwort ist: das Spiel besteht aus Pässen, man darf den Ball nur einmal berühren wenn man ihn fängt und auch nicht mit ihm laufen; wenn eine Shooterin den Ball unter dem Ring bekommt, darf sie sich so viel Zeit wie sie will für den Korbversuch nehmen.) Als es dann Zeit war, aufzubrechen zur Berlin Primary School, durften wir etwas, wie ich finde, wunderbares miterleben: Fast alle Schüler der Nkosinathi Primary School sind voller Begeisterung auf irgendeine Art und Weise zur Berlin Primary School gekommen (selbst wenn sie den doch ziemlich weiten Weg laufen mussten) um anzufeuern. Während das Team meiner Schule bei dem Netballspiel um Einiges überlegen war und mit einem deutlichen Vorsprung gewann, ging das Fußballspiel mit einem ernüchternden 0:0 aus.
Das war das erste Mal, dass ich aufmerksam bei einem Netballspiel zugeguckt habe und es sah auch ganz gut aus, allerdings lässt mich der Gedanke, dass das die einzige Möglichkeit ist, hier etwas Basketball-ähnliches zu spielen (es gibt hier weit und breit keinen Basketballplatz), meinen Sport und natürlich meine Mannschaft zu Hause sehr vermissen.

Was tut man, wenn man für den Sportunterricht nur einen Rasenplatz draußen zur Verfügung hat und es regnet? Das haben Christoph und ich uns gefragt als wir eines Morgens aus dem Fenster geguckt haben. Unsere Lösung waren kleine Spiele in den Klassenräumen wie Obstsalat mit der ersten Klasse oder Blockade mit den etwas größeren. Auch das war mal ganz schön, denn die Kinder waren alle in einem Raum und man musste nicht so schreien wenn man etwas erklären wollte.

In Südafrika ist das Leben entspannter, weil es hier keinen Hitler gibt. So denken leider immer noch manche Menschen und es ist ganz schön komisch, das zu hören. Zu wissen, dass solche Assoziationen mit unserem Land immer noch vorhanden sind in den Köpfen anderer, ist ein echt merkwürdiges Gefühl! Aber so etwas erleben ja viele im Ausland..

Vorletzte Woche haben Christoph und ich mit der siebten Klasse ein Staffelspiel mit Skatkarten ausprobiert (vier Mannschaften, eine/r der Mannschaft läuft auf die andere Seite, darf eine Karte aufdecken und wenn es die richtige Karte ist, sie mit zurück nehmen). Fast jeder hat geschummelt. Das hat uns etwas sauer gemacht, wir haben ihnen eine Standpauke gehalten und dann das Ganze noch einmal versucht – hat viel besser geklappt, allerdings stand ich auch zur Kontrolle bei den Karten. Doch als ob das nicht schon genug schimpfen für diese Stunde war, mussten wir am Ende der Stunde noch ein ernstes Wörtchen mit ihnen reden, denn bei einem Vertrauensspiel, wo sie alle zusammen eine Person aus ihrer Klasse tragen sollten, haben viele dieses Kind gekniffen und nicht festgehalten. Das Vertrauensspiel war also alles andere als erfolgreich. Im Lehrerzimmer kamen dann einige Mädchen aus dieser Klasse zu uns und meinten „Christoph, Katharina, can you please forgive us?“. Natürlich waren es nicht die, die sich eigentlich entschuldigen müssten, aber es war doch eine nette Geste und ein Zeichen dafür, dass unsere Worte vielleicht in ihren Köpfen geblieben sind.

Ein sehr positives Erlebnis mit dieser Klasse durften wir allerdings diese Woche erleben, denn wir haben die Kinder an Frisbees herangeführt um dann mit ihnen Ultimate Frisbee zu spielen und das hat wirklich sehr sehr gut geklappt; es hat echt Spaß gemacht, ihnen beim spielen zuzugucken bzw. mit ihnen zu spielen.  

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